Freitag, August 06, 2010

Veraenderungen

Fast zweieinhalb Jahre bin ich jetzt hier und ziehe jetzt bald schon wieder um. Das dritte Mal jetzt schon (wenn man das Hotel fuer die ersten zwei Wochen mitzaehlt, dann sogar das vierte Mal). Dieses Mal geht es wohl in ein Appartement. Aber die Preise... Also da bekomme ich das ja in Muenchen guenstiger. Mit mehr Glueck als Verstand habe ich dann doch ein paar Wohnungen ausgecheckt, die es wohl doch unter 1'000 USD gibt (gibt natuerlich mehr, aber die sind den Preis nicht wert) - im Monat wohl gemerkt. Eines hat Holzboden, eine Holzkueche und sieht richtig gemuetlich aus - auf den Fotos versteht sich. Morgen mal anschauen und dann werde ich mehr berichten.
Aber das ist von den Fotos her schon mein Favorit. Auch wenn es teurer ist, als ich es eigentlich zahlen wollte. Naja, ich berichte dann...

Ansonsten bin ich ich hier jetzt in eine Twitter-Gemeinde reingerutscht. Das sind richtige lustige Kerle aus Deutschland (natuerlich), Australien, USA, Singapore und natuerlich auch Vietnam. Die veranstalten so Web Wednesdays und Tweetups und ich finde es richtig cool, dass es hier auch sowas gibt. Da kann man ueber Twitter tatsaechlich interessante Leute kennenlernen, von denen man vor allem auch in einer fremden Kultur immer noch lernen kann. Der eine hat zum Beispiel schon eine Wohnung fuer mich ausgecheckt. Die schaue ich mir auch morgen an. Finde ich schon einmal toll!
Und jetzt schaue ich, dass wir zusammen das Barcamp Saigon 2010 veranstalten, weil der letztjaehrige Veranstalter zurzeit in Laos ist und wahrscheinlich nicht rechtzeitig hierherkommt. Wenn er ueberhaupt hier herkommt wieder.

Auch im Geschaeft ist es zurzeit toll. Habe fuer das Marketing ein paar Grundlagen geschaffen. Jetzt geht es los mit alten und neuen Kontakten nachgehen, Website umbauen, AdWords Supplier managen und richtig vielen tollen Sachen - die richtig Spass machen. An manchen Morgen kann ich es kaum noch erwarten, wieder ins Buero zu kommen. Das klingt doch vielversprechend, oder?
Und abends gibt es ja dann auch noch eine Person, die ich dann sehen darf und die mir auch immer sehr viel Freude bereitet (Wenn ich das hier so offen sagen darf).

Es ist eigentlich weiterhin komisch: Da habe ich mich soweit hier eingelebt, das fuer mich alles so normal ist. Aber es ist doch eigentlich viel besser als normal, da ich mein Leben hier weiterhin wirklich geniessen und alles viel und total Spass macht. Und wenn es mal nicht so sein sollte: In fuenf Stunden bin ich in Mui Ne. Man sollte eigentlich diese Kleinigkeiten mehr zu schaetzen wissen...

(Musik: Ska-P - Vas Del Obrero (live))

Blubb!
Christoph

Dienstag, Juli 20, 2010

Regenzeit! Regenzeit?

Danke, Oli, fuer Deine Kommentare und Deinen Rat mit dem Design. Ich schaue es mir mal an. Und ja, ich habe nichts ueber das Buero geschrieben, weil: Ich gehe da halt morgens hin, mache ein paar Marketing-Activities und gehe halt wieder heim. Ich glaube nicht, dass da etwas Berichtenswertes dabei ist. Achja, vielleicht doch etwas: Fan werden - und zwar jetzt!
Und das mit dem Public Viewing - Ohjaa, es lohnt sich. Die Vietnamesen sind extrem Fussball begeistert, aber immer fuer den Favoriten, da kennen sie dann auch die Spieler aus der Premiere League. Und ansonsten gibts ja auch viele Expats hier.

Es ist wie verhext. Komme ich abends aus dem Buero, faengt es mit dem Regen an. Immer die letzten Tage. Als wuerde da oben einer ein Zeichen setzen und sagen: Los gehts! Kaum bin ich mit meinem (ja MEINEM - achso, das wusstet ihr wahrscheinlich noch nicht: es ist wirklich meines. Also von meinem Geld gekauft und so und das ist schon fast ein Jahr her) Motorbike aber durch die engen und vor allem beim Regenstart noch chaotischeren Strassen zu Hause angekommen (und manchmal auch trotz Regenjacke durchnaesst), hoert der Regen auf. So, als wuerde da oben ein Zeichen setzen und sagen: Stopp jetzt!
Ja, es ist Regenzeit - mittlerweile meine Dritte. Und obwohl eigentlich die Regenzeit offiziell schon knapp drei Monate laeuft, ist sie dieses Jahr eigentlich einfach zu bewaeltigen. Und das auch nur, weil das "offiziell" einfach nur aus der Tradition heraus verwendet wird und manchmal durch "eigentlich" zu ersetzen ist. Denn eigentlich regnet es erst so richtig anderthalb Monate - und das auch nur in Massen. Die richtigen Wolkenbrueche beginnen jetzt erst. Hoffentlich zieht es sich jetzt nicht bis in den Dezember mit diesem Regen. Das Schlimme ist naemlich nicht das einmal Regnen am Tag, sondern vielmehr dass man ueberhaupt nicht weiss, wann man sein Motorbike waschen lassen kann. Denn, das durfte ich auch schon herausfinden, der groesste Fehler in Vietnam ist es, das Motorbike kurz vor einem Wolkenbruch zu waschen.

Gerade versucht Gute Nacht auf Vietnamesich zu sagen. Also: Chuc Ngu Ngon - Nach zehn Versuchen sagt die Freundin einfach: Ja, genau - ist richtig. Aber nur mit einem gequaelten Laecheln. So wuerde ich wahrscheinlich auch reagieren, wenn jemand seit zwei Jahren versucht, Deutsch zu sprechen - aber immer noch nicht Gute Nacht sagen kann. Hmpf!
Aber um allem vorzubeugen: Es liegt wirklich an mir. Ich haette ja noch ein bisschen mehr selbst lernen koennen. Nun ja, zum Handeln, einkaufen, essen gehen und Bier (mot chai bia lanh, khong da, duoc khong? khong da! - d.h. eine kalte Flasche Bier, kein Eis, ok? Kein Eis!) bestellen reicht es. Was braucht es mehr?

Ach ja: Hat jemand von euch schon Justified gesehen - also die amerikanische Serie? Auf AXN Asia kommt da seit Wochen immer die Vorschau, aber ich habe irgendwie noch keine Folge gesehen. Hoffe, ich schaffe es doch mal an einem Donnerstag abend bis dann wach zu bleiben.
Ausserdem zeigt HBO mit Leverage noch eine geile Serie - erinnert mich sogar noch an die alten Mission Impossible - bzw. nicht die ganz alten, sondern die zwischendurch. So ein bisschen Intelligenz, ein bisschen Technik: Macht Spass.

Und damit gebe ich zurueck in die Funkhaeuser: Chuc ngu ngon (Gott sei Dank muesst ihr es nicht hoeren)!

(Musik: Vertical Horizon - Wash Away)

Blubb!
Christoph

Samstag, Juli 17, 2010

Ach, den gibts ja auch noch

Was schreibt man denn, wenn man sich eineinhalb Jahre nicht mehr ueber den Blog gemeldet hat? Natuerlich ist in der Zeit einiges geschehen, natuerlich sind viele Regentropfen gefallen, aber dies muss ja alles in einem Blogpost zusammengefasst werden koennen.
Nun ja, ich versuch ja gar nicht jetzt alles niederzuschreiben, vielmehr soll dieser Post einem Reset gleichen. Einfach wieder mal anfangen. Ob ich es zu einem regelmaessigen Posten und Schreiben schaffe, kann ich nicht versprechen, vielleicht ist dieser Post auch nur wieder ein Tropfen auf den heissen Stein. Aber man tut ja, was man kann...

Die Weltmeisterschaft in Vietnam? Ein allumfassendes Surren der Vuvuzelas aus den Fernsehern in den Strassen - Ja, auch hier gibt es Public Viewing. Vor allem, weil die vielen Coffeshops ihre Fernseher auf die Strassen stellen und die Gaeste draussen sitzen koennen. Das ist natuerlich toll fuer die Gaeste, aber wenn man nach Hause in den Strassen wandert oder Motorbike daran vorbeifaehrt, dauert das Surren halt auch mal laenger als ein Fussballspiel. Aber fuer mich war das in den interessanten Spielen eh nicht zu schlimm. Zu Hause vor dem TV habe ich einfach den Sound leise gedreht. Der Kommentator konnte mir eh nichts sagen, weil die Spiele nur von vietnamesischen Sendern uebertragen wurden und mir auch nach zwei Jahren die vietnamesisch Kenntnisse fehlen, das wirklich verstehen zu koennen.
Warum ich die Spiele zu Hause angeschaut habe? Nun ja, ich habe ein Deutsches Spiel beim Public Viewing gesehen. Das war das Spiel gegen Serbien. Und da Fussballer nun mal aberglaeubisch sind, habe ich die weiteren Sturmlaeufe gegen England, Argentinien und Uruguay, sowie den Sturmlauf Spaniens zu Hause vor dem TV angeschaut. Gegen Spanien hat aller Aberglaube nichts genutzt. Aber manchmal sind andere Teams einfach besser.
Die Begeisterung fuer Fussball bleibt in diesem Land aber ungebrochen. Ware ich Topmanager eines Fussballvereins, wuerde ich in Vietnam eine Jugendakademie aufbauen und schauen, dass die Trainer hier ein paar Spieler ausbilden koennen. Bei der Begeisterung fuer Fussball, diesem Lernwillen und der Vermischung mit europaeischen Tugenden, koennten sicherlich ein paar Talente, die auch solide Fussballprofis werden koennten, herauskommen (und es waere guenstiger als eine Akademie in Dubai). Man sollte nicht verachten, dass das Durchschnittsalter aller Vietnamesen weiterhin unter 30 Jahre ist und somit die Ressourcen weiterhin vorhanden sind. Die einzigen nachteile sind, dass man das Land nur fuer 50 Jahre leasen und nicht fuer immer besitzen kann (aber wer weiss was in 50 Jahren ist) und dass man wahrscheinlich auch einen lokalen Partner braucht, der 51% der Anteile der Akademie besitzt. Aaber da kann man sicherlich Vertraege mit den lokalen Vereinen schliessen, die ja davon noch mehr profitieren koennten.

Ansonsten ist es weiterhin erstaunlich, wie sich ein Mensch auch an ein Leben in einem komplett anderem Land gewoehnen kann. Wahrscheinlich schon so stark, dass ich mittlerweile schon wieder Angst haette, ob ich mich in Deutschland wieder zurecht finden koennte und wahrscheinlich nicht mehr wusste, wie es dort laufen wird. Rechts abbiegen ohne nach links zu schauen? Kann man in Deutschland schon machen - wenn man sterben moechte.

Ansonsten muss ich mal schauen, wie ich diesen Blog hier redesigne. Zeit sollte ich wieder ein bisschen mehr haben. Da kann man doch mal einen Sonntag und ein paar Stunden investieren, das umzusetzen. Habt ihr irgendwelche Vorschlaege, was ich da umsetzen koennte? Vielleicht ein bisschen suedostasiatischer?

Endlich habe ich auch Inglorious Basterds gesehen. Hat mir eigentlich gut gefallen. Die Szene in der Bar im Keller ist legendaer. Da hat dieser Quentin Tarantino wieder sein ganzes Koennen ausgepackt. Und vor allem die Besetzung von Christoph Waltz ist perfekt. Nur die Wandlung seines Charakters zum Ende verstehe ich nicht so ganz. Aber ansonsten toller Film, schoen besetzt und macht Spass...

Ich glaube, das war es jetzt erst einmal wieder. Ich schaue mal, wann ich mal wieder melden kann. Freue mich, wenn auch ihr wieder hier zurueck seid...

(Musik: Brockdorff Klang Labor - Maedchenmusik)

Blubb!
Chris

Donnerstag, Januar 29, 2009

Unachtsamkeit

Da fährt man ohne etwas zu denken auf seinem Bike die Strasse herunter und dann stellt sich genau das als Fehler heraus. Denn ist man nur ein Moment mal unachtsam, ist das hier manchmal schon zu spät. Ein Moment ist auf den Strassen Ho Chi Minh Citys nämlich oftmals schon viel zu viel. Als ich dann wieder nach vorne schaute, stand plötzlich das Auto, das vorher noch weder weit noch breit zu sehen war, vor mir. Eine Vollbremsung später, lag ich auf dem Boden. Nachdem ich mich abgeklopft hatte, dachte ich kurz: "OK, weiter gehts!" Aber ein kurzer Kontrollgriff an meinem Mund, lässt mich die Hälfte meines Zahns in der Hand sehen. Und viel Blut. Etwa 43 Vietnamesen (vielleicht auch 44, ein Kind und eine Miezekatze) stehen innerhalb der Rekordzeit von 2,7 sekunden um mich herum. 17 von denen und die Miezekatze bringen mich auf den Gehweg, der Rest und das Kind kümmert sich um mein Motorbike. Ich werde ins Krankenhaus gebracht und dort genäht, weil ich mir irgendwie die Lippe mit dem kaputten Zahn aufgerissen habe. Fünf Stiche insgesamt. Aber weh tut mir eigentlich nie irgendwie irgendwo irgendetwas.
Ich dachte natürlich an das Naheliegendste: Durch den Sturz habe ich mir irgendwo den Zahn ausgeschlagen. Aber anscheinend war das zu naheliegend. Denn dadurch, dass ich nur einen Zahn ausschlug und auch nie Kopfschmerzen oder mir sonst was weh tat und auch keine Gehirnerschütterung hatte, vermutete der Doktor, dass ich beim Anbremsen so verkrampft habe, dass ich so stark mit den Zähnen aufgebissen habe, dass der eine abgebrochen ist. Irgendwie klingt das nicht wirklich plausibel. Und ausserdem macht mir das Angst, dass ich so viel unkontrollierte Energie in mir habe.
Anyway: Das war wohl der beruehmte Schuss vor den Bug, der zu mir sagte: "Hab mehr Angst vor diesem Verkehr!"

Die Fäden aus meiner Lippe sind wieder gezogen, nur der halbe Zahn erinnert noch an den Unfall. Glück im Unglück! Und ausserdem habe ich jetzt eine Geschichte: "Tja, ihr solltet mal den Anderen sehen!" So hielt mich dann auch nichts mehr davon ab, gebührend das vietnamesische neue Jahr (Tet) zu feiern. Naja, nicht so gebührend, wie die Vietnamesen, aber doch mit 2,3 Bieren (zu viel). In diesem Sinne, zurück in die Funkhäuser mit einem dreikräftigen "Chuc Mung Nam Moi!"

(Musik: Hooters - All You Zombies)

Blubb!
Chris

Samstag, Januar 03, 2009

Von der Kunst krampfhaft zu entspannen

frosneusunso an alle Freunde des guten Geschmacks!

Meine Vorsaetze fuer das neue Jahr:
- Mehr bloggen, wenn es nichts aus meinem vietnamesischen Alltag zu berichten gibt, dann eben andere Sachen, die mich bewegen
- geduldige werden und mehr Temperament zuegeln.

Da lagen wir also am Strand auf Phu Quoc und liessen uns massieren. Also wir, das sind Schwester 1, Schwester 2 und Schwager. Moment, das heisst massieren liessen sich nur meine Schwester und ich mich. Wir lagen also da, schlossen die Augen und gaben uns voll den mehr oder weniger begabten Haenden hin (Also nicht, was ihr denkt: Es war ein oeffentlicher Strand und eine normale Massage). Und da ich eben so unglaublich gut aussehe (Achtung: Ironie!), fing meine Masseurin an, mit mir zu flirten und redete drauf los mit mir. Da ich schon einigermassen entspannt war, ging ich halt drauf ein und unterhielt mich mit mir ueber mehr oder weniger belangloses Zueg bzw. beantwortete halt die vier Fragen:
- Where are you from?
- What's your name?
- How old are you?
- Do you have girlfriend?
Ja, im Grossen und Ganzen war das das Gespraech (Ich lass jetzt mal weg, dass ich von der Masseurin gefragt wurde, ob ich eine mehr moechte, als ich antwortete, ich haette schon eine Freundin). Und als dann im Ressort eine bekannte Melodie gespielt wurde und ich begann zu mit zu pfeifen (oder zu singen), platzte Schwester 2 der Kragen: "Chris, ich versuche hier krampfhaft zu entspannen!" Peinlich beruehrt bemerkte ich nicht sofort diesen Oxymoron, dieses wunderbare Wortspiel. Ein verdeckter Hinweis auf die Faehigkeit ihrer Masseurin und dazu noch ein traumhaft, spielerischer Umgang mit der Sprache. Ich bin mir beinahe sicher, sie wollte mir mehr sagen, als nur "Sei ruhig!" - oder es war eben einfach nur ein Versehen.

Anyway, die Zeit mit den dreien verging schnell - ihnen viel zu schnell. Aber so ist das ja immer, wenn man in einem fremden Land ist. Am letzten Tag fragte ich die drei, was ihnen am meisten haengen blieb. Neben dem tollen Verkehr, waren es die Stronleitungen, die bestimmt nach einem System aufgehaengt wurden und die warme Freundlichkeit der Menschen. Und natuerlich der Franzose, bei dem man ein auf den Punkt gebratenes Filet-Steak (Medium) vom Rind fuer weniger als 5 Euro bekommt. Und es ist genug...
Ich freue mich dann schon auf euren naechsten Besuch!

Ein paar Bilder:

Phu Quoc: Sonnenuntergang


Ho Chi Minh City: Stromkabel


Go2: Es war mein erstes Bier. Und die anderen hatten auch nicht mehr.


Beim Barbecue: Die Langusten zittern noch auf dem Grill (die wurden naemlich lebendig drau gelegt). Das war lecker!

Weihnachten und Co:
Da ich oft gefragt wurde, ob ihr Weihnachten gefeiert wird: Ja, es wird gefeiert. Etwa so Kitsch-Weihnachten, wie in den USA. Alles erleuchtet und bloss alle in blau oder gruen oder pink erleuchten, aber von besinnlichen Weihnachten kann man nicht gerade sprechen.
Silvester wird auch gefeiert. Das ist das schoene in Vietnam, hier kann man zwei Mal Chuc Mung Nam Moi (Frohes neues Jahr) sagen: Einmal unser Silvester und einmal Tet (Silvester nach dem Mondkalender). Wenn also einmal unser Jahr schlecht angefangen hat, hat man mit Tet nochmal eine neue Chance das neue Jahr zu begehen.

(Musik: The Cure - boys don't Cry)

Blubb!
Chris

Sonntag, November 09, 2008

Explosion?

Da sass ich das erste Mal seit sieben Monaten endlich am Strand in Mui, genoss ein Omelett mit einem Ca Phe Sua Da und ploetzlich macht es einen Riesenknall, als sei irgend ein Lastwagenreifen explodiert. Die Strasse war nun nicht so weit weg, aber dieser Knall war um einiges naeher - kam mir zumindest vor. Ihr haettet die Gesichter der Gaeste (und wahrscheinlich auch meines) sehen sollen - irgendetwas zwischen "Was war das?", "Ich muss hier weg!" und "Haben wir noch eine Chance". Und diese Stimmung loeste sich auch nicht unbedingt, als ein mysterioeses Poltern auf dem Blechdach begann. Sind Sie nun endlich gekommen? 60 Jahre nach Roswell? Aber warum gerade in Mui Ne? Das Poltern nahm ein wenig zu, dann hoerte es abrupt auf und dann fiel ganz friedlich eine Kokosnuss vom Blechdach in den Sand. Ganz leise, so nach dem Motto "Was wollt ihr eigentlich"?
Ich weiss, das klingt jetzt so nacherzaehlt nicht unbedingt berichtenswert, aber ihr haettet zuerst mal die angespannte Stimmung zuerst und dann das Lachen danach hoeren sollen. Der Knall, als die Kokosnuss auf das Blechdach haute, war schon Hammer... Also so ungefaehr "Buuuummmm!" - nur noch viel lauter.

Dabei war die Anreise nach Mui Ne schon eine Qual. Hatte den Freitag frei genommen, damit ich nachmittags nach Mui Ne fahren konnte. Endlich raus aus dem Smog der Stadt, so langsam lies auch die Regenzeit nach, es sollte also einem perfekten Wochenende nichts mehr im Wege stehen. Dass dieser Freitag dann der erste Tag seit zwei Monaten war, an dem es nur einmal regnete (aber den ganzen Tag), verdarb mir aber schon ziemlich die Laune. Aber als dann im Bus ein Baby 4 Stunden lang wie am Spies schrie, war ich kurz davor das Baby durch die geschlossene Scheibe zu schmeissen. Am schlimmsten war jedoch, dass der Bus statt der versprochenen vier geschlagene sechseinhalb Stunden nach Mui Ne brauchte. Und keiner weiss, warum. In Mui Ne - abends um halb elf - also zu einem Zeitpunkt, zu dem in Mui Ne langsam die Buergersteige hochgeklappt wurden, wurde ich dann aus dem Bus geschmissen, weil der Busfahrer mein Stammressort Vietnam-Austria House nicht kannte. Also noch eine halbe Stunde im Nieselregen laufen (mit nassem Rucksack, weil es in den Stauraum reingeregnet hat), weil komischerweise nicht ein einziger Motorbike-Fahrer zu finden war. Ich war mir hundertprozentig sicher, dass das Ressort bei meinem Glueck an diesem Freitag im Oktober schon ausgebucht war. War es Gott sei Dank nicht. Ich konnte also das erste Mal seit sieben Monaten unter eine warme Dusche stehen und bin dann nur noch ins Bett. Zu kaputt fuer alles... Am naechsten Tag war dann alles besser - und ich habe die restlichen Tage shoen genossen.

Aber wo es gerade um den Regen ging: Wie ihr wahrscheinlich gehoert habt, geht es in Nord- und Zentralvietnam gut ab. Letzte Woche gab es die schlimmsten Ueberschwemmungen in Hanoi, wie seit 20 Jahren nicht mehr mit mehr als 40 Toten. Und der naechste Sturm ist auch shcon wieder angekuendigt. Hier unten, in Ho Chi Minh City, haben wir mehr Ruhe. Es regnet immer noch einmal pro Tag, obwohl die Regenzeit schon vorbei sein sollte. Mal schauen, wie lange das noch geht. Sind dann immerhin schon fuenf bis sechs Monate so. Und teilweise war es dann tatsaechlich so, dass drei, vier Tage lang keine Sonne zu sehen war, sondern es den ganzen Tag geniesselt hat. Das ist schon eine Ausnahme, wenn es einmal pro Tag dann reichtig regnet, ist es aber dann doch angenehmer, als dieser Dauerregen vier Tage lang. Ich hoffe, bis zum Dezember, wenn Judith, Anke und Bernd kommen, ist der Regen aber dann ganz weg.

Fussball spiele ich auch wieder, hatte naemlich ein wenig zugenommen. Dieses Mal spiele ich in einem Expat-Team mit eigentlich sehr coolen Jungs, die mich gut aufgenommen haben. Das einzige ist, dass ich nach beinahe einem Jahr ueberhaupt nicht mithalten kann. Und nach dem Training bin ich total ausgelaugt. Naja, hoffen wir, das hilft alles was...

Und dann ist Obama ja neuer Praesident. Ich werde jetzt keinen "Herzlichen Glueckwunsch" schreiben, oder sonst was. Lesen wird er es ja eh nicht. Ich bin nur mal gespannt, wie er sich schlaegt. Das einzige, was mir schon wenig Angst macht, ist, dass er einen Kennedy (den Sohn vom ehemaligen Justizminister "Bobby" und der Neffe von JFK) ins Kabinett rufen will. Kennedy und regieren bzw. mit regieren - das ging meist ziemlich boese aus. Hoffen wir das Beste.
Im Uebrigen bin ich erstaunt, wie viel man hier ueber diese politischen Themen auch ueber die vietnamesischen Webseiten mitbekommt. Hatte eigentlich gedacht, dass alles, was mit Politik, Wahlen oder sonst was zu tun hat, wird gefiltert. Aber nein... Nun ja, gut, dafuer ist es schwieriger, etwas ueber das wahre Wirtschaftswachstum, die Auswirkungen der Finanzkrise in Vietnam und die Politik in Vietnam zu erfahren. Und das, obwohl ich selbst in Vietnam bin.

Kommentare sind uebrigens alle erwuenscht, bloss keine a la "Endlich schreibst du mal wieder" oder "Das hat ja gedauert" - ich weiss das doch...

(Musik: Ben Folds Five - Philosophy)

Blubb!
Chris

Mittwoch, Juli 30, 2008

Strahlender Sonnenschein

Strahlender Sonnenschein, die Voegel wuerden zwitschern, wenn die Stadt nicht voller Smog waere und sie nicht schon laenger aus der Stadt geflohen waeren. Wie immer am Wochenende trage ich laessig ein Hemd, meine Backpacker-Shorts und meine Flip-Flops... Und dennoch, den Ca Phe Sua Da (Kaffe mit suesser Kondensmilch und Eis) ganz locker trinkend, schwitze ich unheimlich. Da ist es fuer mich immer noch unverstaendlich, wie die Vietnamesinnen langaermig, mit Jacken(!!!!!), Handschuhen, Mundschutz und Hueten komplett eingepackt durch die Strassen marschieren koennen und kein wenig schwitzen. Oder vielleicht schon, aber man merkt es nicht an. Es ist einfach kurios.
Achja, es ist Regenzeit. Das bedeutet, es regnet im Normalfall einmal abends, manchmal gar nicht, hin und wieder schon Mittags, ganz selten morgens. Und vielleicht einmal in anderthalb Monaten regnet es den ganzen Tag. Das macht eigentlich gar nichts. Viel eher kuehlt der Regen angenehm ab. Denn sollte mal wieder der Strom bei mir ausfallen - in den letzten zwei Wochen alleine fuenf Mal - dann tut die frische Nachregen-Luft recht gut. Naja, was heisst frisch - smog-frisch.

Und dann konnte ich einmal sogar vietnamesisch. Das hatte ich gelernt, als ich Besuch hatte, von Thong, Duong, Thuy und Thao (von links). War ganz lustig. Zuerst gekocht, dann gegessen, dann rumgehangen und dann Karaoke.


Ansonsten laufen die Wochen immer noch gleich ab. Die Woche ueber arbeiten, abends daheim am Laptop haengen, weil kaputt, am Wochenende dann abends ausgehen, mittags in die Stadt und einfach das Leben geniessen. Macht alles schon spass. Weil man hier auch wirklich das Leben geniessen kann. Schliesslich ist alles - bis auf die Boxershorts - billiger als in Deutschland. Warum die so teur sind, weiss ich nicht.


Achja, das Allez-Boo macht wieder auf. An der Stelle, an der es frueher war, ist nun ein Highlands Coffee, aber gegenueber, wo frueher ein Lotteria (Fastfood) war, oeffnet nun das Allez-Boo. Ueber vielleicht drei, vier Stockwerke. Genau habe ich es mir noch nicht angeschaut. Hoffe die Preise bleiben noch wie damals. Obwohl ich eher denke, Preise werden sich dann eher dem Go2 anpassen. Macht nichts, solange es noch das Eden. The place to be. Mit den Angestellten und den Besitzern war ich uebrigens auch schon im Karaoke. Achja, das EM-Finale haben wir (von links: Hoa, Christopher, Andre) auch zusammen angeschaut. Um 7 Uhr morgens war ich da am naechsten Morgen zu Hause. Gott sei Dank hatten wir (fast alle) frei!


Und dann ist es geschehen: Ich bin nun auch Buchautor! Koennt es ueberall voellig ueberteuert kaufen und dann nur rezensieren, wenn es euch auch gefaellt. Wenn nicht, schmeisst es halt wieder weg. Solange ihr von mir nicht das Geld zurueck verlangt...
Obwohl ueberall der Name von mir drunter steht, fuehlt es sich jedoch an, als sei es nicht von mir geschrieben worden. Ich, Buchautor. Das passt einfach nicht. Vielleicht ist es doch nur ein Traum gewesen und es gibt mehrere Leute meinen Namens.

Achja, und dann ist mir noch folgender aufgefallen:

So wunderbar mit Emotionen, eine tolle, reine Stimme - wie Reinhard May - und Texte zum Niederknien, die an manchen Stellen gar stark an Sterne und Tocotronic erinnern. Hoert mal weitere Lieder von ihm an.

(Musik: Blackmail - Moonpigs)

Blubb!
Chris

P.S.: Sorry, fuer die lange Wartezeit!
P.P.S.:ANKE, alles, alles, alles, alles, alles Gute zum Geburtstag! Und feier schoen! Kann dir ja leider mit meinem Mobile nicht anrufen oder SMS schreiben. Wir feiern dann auch zusammen im Dezember. Und Judiths und Bernds (alles Gute nachtraeglich) und meinen Geburtstag!